About

Das SOT-Archiv
Das SOT-Archiv ist Nebenprodukt einer musikalischen Initiative, die ihre Wurzeln im World Tune Projekt hat. Ziel ist es in Form von akustischen Collagen, musikalischen Kompositionen und Performances neue Hörerlebnisse zu schaffen.

Die im SOT-Archiv abgelegten digitalen Aufzeichungen akustischer Ereignisse dienen dabei als Ausgangsmaterial für die Kompositionen unserer Gruppe. SOT greift spielerisch Aspekte ernster Musik, Punk, Jazz und Unterhaltungsmusik auf, ohne sich einem intellektuellen Dogmatismus


Bildarchiv: Tempelhofer Feld

zu verschreiben. Es sind der Spaß am Klang, am Zusammenspiel zwischen Sound und Soundscape an der musikalischen Kommunikation, die uns antreiben. Wir distanzieren uns von der Enge klassicher Konzertsäle und der dumpfen Atmosphäre kommerzieller Techno-Discos. Stattdessen experimentieren wir mit neuen Veranstaltungsformen wie Sound-Picknicks, akustischem Kino und Audio-Flashmobs.

Die unkomprimierten Originaldateien des SOT-Archivs (.wav-Format) liegen lokal auf den Yeelab-Servern, um die Kosten des Webservers nicht unnötig in die Höhe zu treiben. Wer die hochaufgelöste Version einer Aufnahme für eigene Kompositionen nutzen möchte, kann diese per E-Mail anfordern. Alle im SOT-Archiv abgelegten Sounds sind als Creative Commons Lizenz verfügbar.

Gegenwart
Gegenwart ist eine Bezeichnung für einen nicht genau bestimmten Zeitraum zwischen vergangener Zeit (Vergangenheit) und kommender, künftiger Zeit (Zukunft). Als Synonyme dafür werden auch die Begriffe Heute und Jetzt verwendet. Verschiedentlich wird die Gegenwart auch mit Zeitlosigkeit gleichgesetzt. [Quelle: Wikipedia: Gegenwart]

 

Das offene Kunstwerk
Seit den experimentellen Vorstößen der seriellen Musik in mikrozeitliche Dimensionen hat die Komposition des Klanges selbst einen neuen Stellenwert erhalten. Dieser ist nicht mehr eine akzidentielle Zutat wie in der traditionellen Instrumentation, wo er — abgesehen von narrativen Momenten — als “Klangfarbe” zur Verdeutlichung struktureller Zusammenhänge diente. Anstelle eines objet trouvés  wird der Klang nun zum Zentrum kompositorischer Arbeit. Dadurch wandelt sich seine Funktion vom Objekt (einem Zustand statischen Seins) zum Prozeß (einem dynamischen Vorgang des Werdens). In diesem neuen Begriff vom Klang als Prozeß fallen so unterschiedliche musikalische Dimensionen wie Material, Struktur und Form zusammen. Demnach kann eine Komposition, wie Helmut Lachenmann ausgeführt hatte, als Entfaltung eines einzigen, unendlich in sich differenzierten Klanges aufgefaßt werden, der in einem mehrdeutigen Abtastprozeß erfahrbar wird: der mündige Hörer komponiert gleichsam beim Hören das Werk zu Ende. Er “konstruiert” im Sinne des Radikalen Konstruktivismus aufgrund persönlicher Voraussetzungen sein eigenes Kunstwerk und tritt als Mitschöpfer aus der gesellschaftlich verordneten Passivität. Eine Komposition, die solches zuläßt, darf mit Recht als “offenes Kunstwerk” bezeichnet werden; “es kann auf tausend verschiedene Arten interpretiert werden, ohne daß seine irreproduzible Einmaligkeit davon angetastet würde. Jede Rezeption ist so eine Interpretation und eine Realisation, da bei jeder Rezeption das Werk in einer originellen Perspektive neu auflebt” [Quelle: Karlheinz Essl]

 

Block Beuys
Innerhalb Natur sind Geheimnisse verzaubert, die nur gefunden werden können, wenn man sich darauf einlässt, nicht wissenschaftlich vorauszusetzen (das braucht man dabei nicht) aber zu empfinden, welches die tieferen Geheimnisse der sich um uns ausbreitenden Natur eigentlich sind. [Quelle: Joseph Beuys]

 

Copy&Paste als Kulturtechnik
Strg c, Strg v. Aus einer technischen Tastenkombination des Computers ist eine Kultur entstanden, die uns alle prägt. Und die wir prägen. Copy Paste Reality bedeutet eine Realität, konstruiert aus Kopien. Kopien, die durch Einbringung von Persönlichkeit und Haltung zu eigenständigen Versionen werden. Ich bin das Medium für copy paste, nicht der Computer. Ich sauge etwas auf (copy) und kann nicht anders, als es so wiederzugeben, wie ich bin (paste). Ich filtere es durch meine Persönlichkeit, ich interpretiere es, ich binde es in meine Welt und mich in diese Realität ein. Wo sich etwas Technisches, Digitales in ein Merkmal zur Realitätskonstruktion gewandelt hat und sich dadurch mit Leben füllt, entsteht eine neue Lebeneinstellung. Copy Paste ist als Kulturtechnik ein fester Bestandteil unseres Alltags geworden. Im Spielfeld von Copy Paste Reality dreht sich alles um Strategien des Sichtbarmachens, die Phantasie verschiedener Köpfe und um die Individualität in der Differenz der Uniformierung. Copy Paste Reality bewegt sich zwischen Anneignungs- und Verfremdungsmechanismen, zwischen Analogem und Digitalem. Copy Paste Reality steht für den Willen zum Selbstausdruck inmitten eines partizipatorischen Kulturverständnisses und für das Erobern neuer, entstehender Kulturräume. Copy Paste Reality schlägt die Brücke zwischen Karaoke und Authentizität, Adaption und Identität im Kopierverfahren. [Quelle: Anaïs Hostettler]

 

Quellenangaben

  • Wikipedia: Gegenwart
    URL des Artikels:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Gegenwart

  • Karlheinz Essl
    Aufsatz: Klangkomposition und Systemtheorie
    http://www.essl.at/bibliogr/klangkomp.html
  • Joseph Beuys
    Ausstellungskatalog “Block Beuys” (1990), Eva,Wenzel, Jessyka Beuys (Hrsg.) S. 247
  • Anaïs Hostettler
    Projekt-Homepage: Copy Paste Reality
    URL: http://copypastereality.com/about.html