Das Tempelhof Starship Ensemble
"Die gegenwärtige Gegenwart meint, sie sei sehr gut dran - tatsächlich aber stecken wir bauchtief fest. Sie vermutet das Gute, weil sie sich selbst sieht als Spitzenergebnis der Vergangenheit und all der darin gemachten Erkenntnisse und Erfahrungen, reflektiert und akkumuliert bis ins Hier und Jetzt. Tatsächlich aber fehlt die Kraft, der Hässlichkeit der Lügen und Irrtümer ins Antlitz zu schauen. Gepaart mit der hartnäckigen Hinterkopf-Theorie, dass die Entwicklung des Menschen kontinuierlich verlaufe, ergibt sich eine giftige Mixtur der Illusion des "Auf-der-Höhe-Seins". Wenn uns aber zumindest eine Ahnung heute verbindet, dann die, dass es so nicht weitergehen kann. Sind wir jetzt auf der Höhe oder im bald endenden Tal? "
(Zitat: Daniel Model, 2009 in: "Die Form der Unruhe", Piazzi,Tina; Seydel, Stefan, Hamburg 2009, Junius, Seite 9)
"Und woher kommt das Wissen für die Zukunft? - Zum Beispiel daraus, dass wir unsere Handlungsmaxime "Was nützt es mir?" in diejenige des "Was nützt es dem anderen?" metamorphisieren und so feststellen, dass sich die Welt tatsächlich zuerst in unserem Kopf ändert, bevor sich dies da draussen manifestiert - das wäre dann das Schöpferische, was die Kunst, unsere Heldin des Schöpferischen, schon so lange übt." (Daniel Model, 2009,ebenda)